Alles so bunt hier

Zunächst ist eine grundsätzliche Entscheidung zu treffen: Desktop oder Notebook. Desktop-Rechner sind günstig, leicht zu erweitern und ebenso einfach zu reparieren. Notebooks sind platzsparend und mobil, dafür teuer. Dem auf dem Markt erhältlichen Gerätezoo sollte man mit einem Anforderungskatalog begegnen, bei dem Einsatzbereich und Kontostand berücksichtigt werden. Testberichte und Umfragen bringen weiteres Licht ins Dunkel und lassen das Angebot schrumpfen, bis das optimale Gerät gefunden wird.

 

Weiche Ware

Zum Betrieb des Notebooks ist zuallererst ein Betriebssystem notwendig. Neben persönlichen Vorlieben ist besonders auf die Treiberunterstützung des Herstellers zu achten. Spezielle Softwarepakete oder Datenaustauschformate schränken die Auswahl des Betriebssystems ebenfalls ein. Falls das Gerät nicht vorinstalliert geliefert werden kann, sind zusätzliche Kosten für die Einrichtung durch einen Fachmann zu kalkulieren. Damit das System wirklich zum verlängerten Arm des Besitzers wird, müssen zahlreiche weitere Softwarepakete installiert und konfiguriert werden. Virenscanner, Firewall und Verschlüsselung schützen vor Spionage, Datenklau und Sabotage. Datensicherungen mindern die Folgen versehentlicher Löschaktionen, Hardwaredefekten oder eines Gerätediebstahls. Synchronisationsprogramme sorgen für Ordnung im Organizer und gleichen Daten mit Kollegen oder dem heimischen Desktop ab. Neben diesen unverzichtbaren Komponenten ermöglichen zahlreiche weitere Utilities mit pfiffigen Bequemlichkeitsfunktionen ein schnelles, flüssiges Arbeiten. Um die Schutzfunktionen des Betriebssystems und der installierten Wächterprogramme zu gewährleisten, muss das System dauerhaft auf einem aktuellen Stand gehalten werden: Patches und Service-Packs einspielen, Virendatenbanken erneuern, etc. Einschlägige Fachzeitschriften und Newsletter informieren (leider nicht nur) den Anwender über das Auftauchen neuer Sicherheitslücken und Korrekturen seitens der Hersteller.

 

Sehr verbunden

Bevor Daten getauscht oder abgeglichen werden, muss eine Verbindung bestehen. Die klassischen Varianten Diskette und Nullmodemkabel haben im Zeitalter fetter Multimediadateien ausgedient. Außerdem schlägt ein günstiges Ethernet-LAN die klassische PC-Direktverbindung hinsichtlich Geschwindigkeit um Längen. Sind längere Entfernungen zu überbrücken, dann helfen die meisten Betriebssysteme heute mit Diensten aus der Patsche, die einen Fernzugriff (Remote Access) via Handy, Modem oder ISDN erlauben. Für drahtlose Nahverbindungen existieren Infrarot-Adapter mit lediglich niedriger Übertragungsrate und schlechter Soft- und Hardwareunterstützung. Ausserdem muss zwischen den Adaptern eine Sichtverbindung bestehen. Bluetooth ist hier die bessere Alternative, da ein Datenaustausch ohne Sichtverbindung möglich ist. Für die drahtlose Internetverbindung von unterwegs sind neben eingebauten Modems oder angeschlossenen Handys (Vorsicht Telefoniekosten!) WLAN-Hotspots eine interessante Alternative. Ist das Notebook mit einer entsprechenden Karte ausgerüstet, lässt sich bequem, günstig und ohne Kabelsalat, aus dem Cafe oder Hotelfoyer surfen sowie Daten austauschen.

 

Uhrenabgleich

Wo ist noch mal die aktuelle Preisliste? Habe ich alle Unterlagen dabei oder liegen noch wichtige Dateien in der Firma? Leider gehören Werkzeuge zum bedarfsgerechten Datenaustausch nicht zur Standardausstattung jedes Betriebssystems. Bedarfsgerecht bedeutet, dass nur geänderte Passagen eines Textes übertragen werden, während unveränderte Dateien liegen bleiben, oder die Synchronisation eines PDAs mit dem Notebook, ohne Termine zu vergessen oder Post zu verdoppeln. Glücklicherweise bieten zahllose Techniken und Helferlein ihre Dienste an, um Ordnung in das zwischenrechnerische Chaos zu bringen.

 

Hol mich hier raus K.I.T.T.

Ist doch etwas wichtiges in der Firma oder zu Hause liegen geblieben, gibt es die Möglichkeit, aus der Ferne interaktiv auf den Rechner zuzugreifen. Die erforderlichen Programme sind zumeist ebenfalls nicht im Betriebssystem enthalten. Wer aus Kostengründen auf kommerzielle Programme verzichten möchte, findet leistungsfähige Fernsteuerungen im Open-Source-Lager.

 

Teamwork

Neben Online-Diensten, die nur einfache PIM-Funktionen für einzelne Anwender bereitstellen, gibt es Anbieter, die Organizer mit Teamfunktionen zur Verfügung stellen. Mit gemeinsamen Kalendern, Adress- und Notizbüchern, etc. gibt es keine Ausreden mehr für verpasste Termine. Ein weiterer großer Vorteil dieser Dienste ist: Es müssen keine eigenen Geräte installiert und betreut werden.

 

Holland in Not

Bei einem Hardwaredefekt rächt sich die Miniaturisierung eines Notebooks. Komponenten sind Spezialteile und teilweise nur beim Hersteller zu hohen Preisen erhältlich. Hier hat sich ein alternativer Markt entwickelt, der den versierten Bastler mit diversen Austauschteilen zu günstigeren Preisen versorgt. Ist Selbsthilfe nicht möglich, entpuppt sich das vermeintliche Schnäppchen oft nachträglich als Kostenfalle, da die meisten Kunden beim Notebook-Kauf nicht auf die Servicequalität des Anbieters achten. Verlässliche Aussagen über Fehleranfälligkeit oder Reaktionszeiten sind aus Umfrageergebnissen ersichtlich. Es lohnt sich sicher, sich vor dem Kauf einen Überblick über die allgemeine Kundenzufriedenheit des anvisierten Herstellers zu verschaffen. Daher empfiehlt es sich unbedingt, die Garantiebedingungen des Herstellers zu beachten, da dieser die Garantiezeit für bestimmte Teile oftmals verkürzt. Sollte im Defektfall ein mehrtägiger Verzicht nicht praktikabel sein, bieten viele Hersteller einen Vor-Ort-Service oder einen Vorabtausch des Gerätes an. Der Kunde kann dann mit dem Leihgerät arbeiten, bis das Originalgerät repariert ist. Auch gegen Diebstahl lässt sich das Arbeitsgerät versichern. Soll die Arbeit im Katastrophenfall zügig weitergehen, lohnt es sich unter Umständen, ein installiertes Ersatzgerät vorzuhalten. Schnell die hoffentlich vorhandene Sicherung einspielen und weiter geht´s.

 

Meister aller Klassen

Mit dem dem richtigen Zubehör werden aus Notebooks, Mobiltelefonen und PDAs vielseitige Geräte für unterwegs. Sollen vor Ort Lieferscheine oder Angebote gedruckt werden, bieten sich mobile Kofferbüros an, in denen neben dem Notebook auch ein kleiner Drucker Platz findet. Reserveakkus oder Ladegeräte für den Zigarettenanzünder verlängern die Standzeit ohne Stromanschluss. Smartcards, Bewegungsmelder oder Schlösser gebieten hier Langfingern Einhalt. Falttastaturen und USB-Leuchten erhöhen bei geringem zusätzlichen Platzbedarf den Bedienkomfort. Der Phantasie der Hersteller sind hier keine Grenzen gesetzt und die nächste Gerätegeneration in Form von TabletPCs steht schon in den Startlöchern: Elektronische DIN A4-Notizblöcke mit Handschrifterkennung und Grafiktablettfunktionen, die mit ihrem neuartigen Bedienkonzept die Vielfalt zukünftiger Einsatzmöglichkeiten nur erahnen lassen.

 

Zoran Lorencic

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